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Reportage

 

Abenteuer Wissen: Der perfekte Start ins Leben (ZDF)

 
Abenteuer Wissen: Der perfekte Start ins Leben (ZDF)

Buch und Regie: Luise Wagner, Anna Grün

Produktion: Ulrike Römhild

Redaktion: Ute Kleineidam, ZDF

Herstellung: Anke Meyer

Produzent: Hartmut Klenke

Drehorte: Hamburg, Heidelberg, Aachen, Tötensen

Sender / Sendetermin:
Mittwoch, 28. April 2010, 22:15 Uhr im ZDF

Länge: 30 Minuten

 

Inhalt:

Was wissen wir über das ungeborene Leben?
Schon im sechsten Schwangerschaftsmonat sind Babys im Mutterleib eigenwillige Persönlichkeiten. 3D-Ultraschallaufnahmen enthüllen im Bauch von Christine Lachmann, 30, einen pausbäckigen Buben mit Schmollmund - und ausgeprägtem Musikgeschmack. Beethovens „Ode an die Freude“ ist sein Lieblingsstück, bei dem er immer munter zu strampeln beginnt. Am Beispiel dieser Schwangerschaft illustriert der Film, was Forscher in jüngster Zeit über die „Erlebniswelt“ des Fötus herausgefunden haben. Wie reagiert das Ungeborene auf Stress? Wie hört es im Mutterleib? Woran kann es sich auch nach der Geburt erinnern? Mit einem Videotagebuch dokumentiert Christine Lachmann ihre Schwangerschaft und registriert die Reaktionen ihres Babys im Mutterleib. Nach der Geburt überprüft der Hamburger Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Michael Schulte-Markwort anhand von kleinen Experimenten, was das Kind schon während der Schwangerschaft „gelernt“ hat. Musik, Gerüche, Stimmen, Sprachen, Herztöne – mit welcher Prägung gelingt der perfekte Start ins Leben? Wissenschaftler sind überzeugt: die neuen Erkenntnisse über die „perinatale Programmierung“ werden die Schwangerschaftsvorsorge in naher Zukunft revolutionieren. Der Film macht deutlich, worauf werdende Mütter und Väter achten müssen. Das Ungeborene wird mit seinen Empfindungen nicht nur als Persönlichkeit, sondern auch als Patient angesehen. Entscheidende, lebenslange Weichenstellungen, auch in Bezug auf Krankheiten und Körpergewicht, erfolgen in „kritischen Entwicklungsphasen“ im Mutterleib - und zwar ohne dass es dafür einer genetischen Veranlagung bedarf. Initiiert wurde die sensibilisierte Wahrnehmung des Ungeborenen durch die neuen hochauflösenden 3D- bzw. 4D-Ultraschalltechniken, die Einblick in die geheimnisvolle Welt im Mutterleib geben. Trinken, Nuckeln, Stressreaktionen, „Lachen“, „Weinen“, Baby-Turnen – Momentaufnahmen, die für den Film als Grundlage für faszinierende und hoch emotionale Computeranimationen dienen.

Was macht Babys schlau?
Wie lernen Säuglinge, sich in der Welt zu Recht zu finden? Am Anfang ist alles ein einziges Chaos neuer Reize und Informationen. Zu Wörtern gehören Objekte – aber wie begreift ein Baby, dass ein Hund ein Hund oder ein Auto ein Auto ist? Wie lernen Kleinkinder Sprachen? Ist die Unterscheidung von lebenden und nicht lebenden Objekten in unseren Genen verankert? Kann man Intelligenz schon bei Babys fördern? Und musikalisches Talent, indem man ihnen schon in der Wiege Fugen von Bach vorspielt? Für Hirnforscher und Entwicklungspsychologen sind das Fragen, die schwer zu erforschen sind. Denn Babys können sich nicht artikulieren. Der Film gibt einen Einblick in das Baby-Labor von Prof. Sabine Pauen an der Universität Heidelberg. Sie versucht verhaltenspsychologische Experimente durch hirn- und herzphysiologische Messungen und untermauern und zu erklären.

Warum sind Zwillinge „doppelt kompliziert“?
Ein Notfall für den Hamburger Pränatalmediziner Prof. Kurt Hecher. Im OP-Saal überträgt eine endoskopische Kamera fotorealistische Live-Bilder aus dem Mutterleib. Sie offenbaren ein Drama, in dem Zwillinge im vierten Schwangerschaftsmonat um ihr Leben kämpfen. Der eine strampelt mit rasendem Herzschlag. Er ist viel größer als sein genetisch identischer Bruder, der sich kaum bewegt. Die Mutter erlebt den Kampf ihrer Zwillinge bei vollem Bewusstsein. Sie drohen am so genannten fetofetalen Transfusionssyndrom zu sterben, bei dem sich eineiige Zwillinge eine Plazenta teilen und durch Blutgefäße direkt miteinander verbunden sind. Der eine wird infolgedessen überversorgt, der andere unterversorgt. Prof. Hecher ist einer von europaweit vier Spezialisten, die über das Know-Kow und das Fingerspitzengefühl verfügen, die feinen Adern durch eine Laseroperation zu trennen. Die Tage danach werden für den Arzt und die Eltern zur Nervenprobe. Werden beide Zwillinge überleben? Das Bangen hält auch nach der Geburt an. Denn neurologische Schäden gehören zu den Langzeitfolgen des Eingriffs. Der Film porträtiert betroffene Familien und den Pränatalmediziner Kurt Hecher, der die heikle Operation bereits 700mal gewagt hat. Ein Beitrag über Zwillinge, Drillinge und Noch-Mehrlinge, die als Folge der Reproduktionsmedizin immer häufiger werden, als medizinische Herausforderung, aber auch als „Wunder des Lebens“.

Maybrit Illner

jeden Donnerstag live um 22:15 Uhr im ZDF
Maybrit Illner

Nächste Sendung:
9. September 2010 um 22:15 Uhr live im ZDF

Peter Hahne

Jeden Sonntag live aus Berlin um 13:03 im ZDF
Peter Hahne

Nächste Sendung:
12. September 2010 um 13:03 Uhr

Homöopathie – Hokuspokus oder heilende Medizin?

Gäste:

  • Dr. Sigrid Kruse, Kinderärztin und Vorsitzende Verein zur Förderung der ärztlichen Homöopathie in den Kinderkliniken
  • Prof. Dr. Gerd Glaeske, Pharmakologe und Medikamentenexperte