Rettung für die Alpen – Unterwegs mit Felix Neureuther

Die Alpen sind vom Klimawandel bedroht. Gletscher und Permafrost schmelzen, die Gefahr von Schnee- und Gerölllawinen nimmt zu. Tier- und Pflanzenwelt sind unter Druck. Für National Geographic macht sich Felix Neureuther auf die Suche nach Lösungen. Der ehemalige Skirennläufer trifft Expert*innen, die ihn auf den aktuellen Stand der Forschung bringen. Wie können wir dazu beitragen, die Alpen zu retten?

Gehen – Wundermittel für Körper und Seele

„Raus aus der Komfortzone, rein ins Gehen“. Fitnesspapst Ingo Froböse hätte gern einen Dackel für jede*n auf Rezept, um Schritte zu sammeln. Zügiges Gehen ist ein Multitalent für die Gesundheit: Es erhöht den Sauerstoffumsatz im Körper, trainiert das Herz, stärkt die Gefäße, baut Muskeln auf, versorgt die Gelenke. Auch das Gehirn profitiert. Forscher*innen haben herausgefunden, dass Mäuse in Bewegung im Hippocampus lebenslang neue Gehirnzellen bilden. Die Vermutung: Der Mensch kann mit Bewegung seinen Reservetank im Gehirn auffüllen. Zum motorischen Ablauf des Gehens benötigt der Körper kaum Köpfchen. Der gibt nur die Initialzündung, den Rest erledigt das Rückenmark. Kein Wunder, dass nicht nur Spaziergangsforscher*innen das Gehen nutzen, um auf neue Ideen zu kommen. Gehen schärfe das Bewusstsein. Tatsächlich steigert Bewegung die Leistungsfähigkeit des Gehirns und sorgt für gute Stimmung. Beim Gehen werden Glückshormone ausgeschüttet, die den Alltagsstress wegpusten. Gehen ist längst Therapieform bei psychischen Krankheiten. Doch in den Städten wird es für Fußgänger*innen immer schwieriger, sich einen Weg zu bahnen. In Leipzig will man dem entgegenwirken und plant ein grünes Kleinod hoch über den Dächern der dicht bebauten Stadt.

Kaminer Inside: Schloss Neuschwanstein

Ein Schloss wie aus einem Traum, auf einen zerklüfteten Felsen in 1000 Metern Höhe gebaut gilt Neuschwanstein als berühmtestes Märchenschloss der Welt. Schriftsteller Wladimir Kaminer wandelt auf den Spuren seines Bauherrn, König Ludwig II. von Bayern, der Neuschwanstein vor 150 Jahren im Stil einer alten deutschen Ritterburg errichtete. Die Bühnenbilder von Wagners Opern und die Wartburg waren Inspiration für sein romantisches Schloss. In der Abgeschiedenheit der Bergwelt plante der König, die Werke seines Freundes und Idols Richard Wagner Realität werden zu lassen. Doch trotz aller Romantik wollte Ludwig II. nicht auf den Komfort verzichten, den seine Zeit bereits zu bieten hatte. So kommt es, dass Neuschwanstein hinter den Kulissen mit für das 19. Jahrhundert modernster Technik ausgestattet ist, von Zentralheizung, einem Telefon und einer Toilette mit automatischer Wasserspülung.

Aufgrund der Corona-Pandemie war Neuschwanstein monatelang geschlossen – eine einmalige Gelegenheit für Kaminer das Schloss so zu erleben, wie es sich Ludwig II. gewünscht hatte: als Rückzugsort, vollkommen allein, ohne die tausenden Besucher, die normalerweise hier durch die Gänge strömen. Denn Neuschwanstein gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Welt, jedes Jahr pilgern 1,5 Millionen Besucher ins beschauliche Schwangau, um Ludwigs Märchen live zu erleben. Das hat Spuren hinterlassen: Touristen tragen Staub und Schmutz in das Schloss. Außerdem bringen sie mit der Atemluft, ihrem Schweiß und mit regennasser Kleidung viel Feuchtigkeit ins Schloss. Die Folge: Textilien schimmeln, die Wandfarben verblassen, das Parkett ist kaputt. Für mehr als 20 Millionen Euro wird Neuschwanstein jetzt erstmals seit 130 Jahren restauriert. Ein Mammutprojekt: 93 Räume und mehr als 2300 Einzelobjekte, Gemälde, Möbel, Textilien, Fenster, Türen und Wände werden aufgearbeitet.

Sport statt Pille? Die heilende Kraft der Bewegung

Wer regelmäßig in Bewegung ist, lebt fit und gesund. Doch warum ist Sport eigentlich so effektiv? Was passiert im Körper, wenn wir auf Hochtouren laufen? Warum fühlen wir uns besser, können klarer denken und verlängern unsere Lebenszeit? Forscher und Forscherinnen aller Fachrichtungen sind überzeugt: Sport wirkt wie pure Medizin – beugt Krankheiten vor und hilft bei der Heilung.

Bewegungsmangel ist mit 20 Prozent eine wesentliche Ursache für viele Volkskrankheiten, wie Demenz. In Magdeburg tanzen Menschen gegen das Vergessen. Bewegungswissenschaftlerin Anita Hökelmann hat gemeinsam mit Neurolog*innen der Universität Magdeburg herausgefunden, dass sportives Tanzen bei Senior*innen nicht nur die Koordination steigert, sondern auch die Merkfähigkeit nachweislich verbessert. Regelmäßiges Tanztraining führt zu Wachstum in den betreffenden Hirnarealen. In ihrer aktuellen Studie wollen die Forscher*innen beweisen, dass bei Demenzkranken der Abbauprozess im Gehirn durch Koordinationstraining aufgehalten oder sogar umkehrt werden kann.

Laufende Studien, die in der Dokumentation vorgestellt werden, legen nahe, dass Sport als integrativer Bestandteil von Therapien – ob bei Krebs, Depressionen oder Herz-Kreislauferkrankungen – zu effektiverer Genesung von Patient*innen führen. Sportmediziner Martin Busse von der Universität Leipzig leitet Studien mit Krebs- und Herzinsuffizienzpatient*innen. Während sich Betroffene früher „schonen“ sollten, raten die Expert*innen heute eindringlich zu mehr Bewegung. Regelmäßiges Training ist bei Herz-Patient*innen ganz entscheidend, um die Lebensdauer zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern. „Bei Stoffwechsel Erkrankungen können wir davon ausgehen, dass durch konsequentes Training, bessere Ernährung, Medikamente deutlich reduziert werden können oder sogar weggelassen werden können,“ erklärt Professor Martin Busse. Ein auf Betroffene abgestimmtes Training führt nicht nur zu effektiveren Heilungsprozessen, sondern senkt auch die Nebenwirkungen aus der medikamentösen Therapie. So vertragen Krebspatient*innen die Chemotherapie nachweislich besser, wenn sie Sport treiben, fühlen sich weniger geschwächt und antriebslos. Bei depressiven Patient*innen gleicht wiederum regelmäßiges Training die mögliche Gewichtszunahme durch Antidepressiva aus, weiß auch der Sportwissenschaftler Markus Gerber der Universität Basel.

Die Dokumentation lässt fachkundige Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen zu Wort kommen, begleitet Patient*innen hautnah auf ihrem Weg der Genesung, den sie maßgeblich mit Sport begehen, und erklärt anschaulich die komplexe Wirkungsweise von Sport.

37°: Abgebaggert – Leben ohne Kohle

Die Lausitz ist das wichtigste Industriegebiet Brandenburgs: Knapp 8000 Leute verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Kohle. Außerdem sind bis zu 16.000 Menschen als Dienstleister*innen oder Zulieferer*innen von der Braunkohleindustrie abhängig. Bis 2038 soll das letzte Revier geschlossen werden. Es ist das Ende einer Ära. Das „schwarze Gold“ war einst der Energiemotor der DDR. 80.000 Menschen waren in der Lausitzer Kohleindustrie beschäftigt, für sie wurden Städte aus dem Boden gestampft. Heute wird gegen Leerstand und Überalterung gekämpft. Die Lausitz, die ansonsten wenig Industrie vorzuweisen hat, steht vor einem großen Umbruch. Es gibt kaum einen Menschen, der nicht davon betroffen ist. Der Film begleitet drei Menschen aus der Lausitz, deren Leben bis heute von der Kohle geprägt ist.

Die Druiden – Mächtige Priester der Kelten

Lange war über die religiösen Würdenträger*innen der Kelten, die Druiden, nur das bekannt, was antike Autor*innen aus Griechenland und Rom über sie berichteten. Faszinierende archäologische Funde der vergangenen Jahre bieten neue Einblicke in die kultische Praxis der Eisenzeit. Sie erlauben Rückschlüsse auf die Bedeutung der Druiden in der keltischen Gesellschaft. Mit ihren Ritualen rund um Misteln, Eichenwälder, Zaubertrunk und Menschenopfer üben sie auch heute noch eine große Anziehungskraft auf viele Menschen aus. Doch was an diesem Bild ist historisch belegbar? Was pure Projektion? Wer waren die Druiden wirklich? Welche Rolle spielten sie in der keltischen Gesellschaft und wieviel Wahrheit liegt in dem Bild vom weisen bärtigen Mann, der in hellem Gewand mit Sichel in der Hand Mistelzweige schneidet? Archäologische Stätten und Funde in Frankreich, Deutschland und England zeigen ein neues Bild und lassen sogar die Vermutung zu, dass nicht nur Männer Druiden waren.

Wer ist das Volk? Die neue Gefahr von rechts

Die Neue Rechte ist auf dem Vormarsch – und zwar weltweit. Jahrzehntelang hatte sie quasi unbemerkt in einer politischen Nische gesteckt, heute setzt sie die liberale Demokratie zunehmend unter Druck. Die aktuellen Corona-Proteste mit ihrem bunten Strauß an Anhängern, von Verschwörungstheoretiker*innen und Esoteriker*innen Seite an Seite mit Rechtsextremist*innen und Neonazis befeuern ihren Aufstieg weiter. Was ist die Neue Rechte? Was ist neu, wo liegen ihre historischen Wurzeln, und was sind ihre Strategien?

Die Dokumentation zeichnet ein umfassendes Bild der Neuen Rechten: In einer sorgfältigen Analyse von Texten und Videoausschnitten und mittels der Einordnung von Politolog*innen, Historiker*innen und Publizist*innen.

Sie ist keine Partei, vielmehr ein Spektrum, eine politische Strömung, ein Netzwerk bestehend aus intellektuellen Vordenker*innen, Denkfabriken, Diskussionszirkeln, Fach-Zeitschriften und Kleinverlagen. Ihre Anhänger*innen sind Rechtsextreme – im konservativ-bürgerlichen Gewand. Neonazis wollen sie nicht sein, auch keine klassischen Faschist*innen: Sie sehen sich selbst als eine Art geistige Elite der Rechten. Neu ist wenig an den Neuen Rechten – ihre ideologischen Wurzeln reichen zurück bis in die Weimarer Republik. Von den alten Rechten unterscheiden sie sich nur in Nuancen, hauptsächlich in ihrer vordergründigen Abgrenzung vom Nationalsozialismus.

45Min: Wem gehört das Wasser? Verteilungskampf im Norden

Eigentlich gibt es genug Wasser im Norden. Aber: Die vergangenen Jahre haben gezeigt, nicht überall und nicht immer reicht das Wasser für alle. Die Klimakrise macht es spürbar: Das Wasser muss nicht immer reichen. In Lauenau in Niedersachsen brach im vergangenen August die Trinkwasserversorgung zusammen, Trinkwasser gab es nur im Supermarkt, und die Feuerwehr verteilte 10 Liter Wasser für die Toilettenspülung.  Auch die Binnenschifffahrt auf Weser und Elbe musste im vergangenen Jahr aufgrund der niedrigen Wasserstände Einschränkungen hinnehmen. Selbst im Harz wird sichtbar: Es gibt einfach zu wenig Wasser. Die großen Talsperren sind trotz der Regenfälle im Januar und Februar diesen Jahres nicht annähernd gefüllt. Denn obwohl es eigentlich in Gesamtdeutschland noch genug Wasser gibt  - von den rund 188 Milliarden Kubikmetern in Gesamtdeutschland, die im Durchschnitt jedes Jahr durch Regen und Flüsse ins Land kommen, wird nur ein Bruchteil verwendet. Im Jahr 2016 etwa waren es 12,8 Prozent. Die Verfügbarkeit von Wasser ist sowohl regional als auch saisonal unterschiedlich verteilt,  und so konkurriert heute Trinkwasserförderung mit dem Naturschutz und den Interessen von Industrie, Waldbesitzer*innen, Landwirt*innen oder Wassersportler*innen. Und die Konflikte verschärfen sich durch die Klimakrise.

Abenteuer Ernte

Wenn ein Vollernter sechs Tonnen Bohnen in der Stunde vom Feld holt, wenn ein komplettes 32 Hektar großes Weizenfeld innerhalb von drei Stunden abgemäht wird oder wenn pro Tag allein eine Pflanzmaschine bis zu einer Million Eisbergsalatpflänzchen in den Boden bringt – dann ist Hochsaison auf norddeutschen Feldern.

Hinter diesen gigantischen Dimensionen stehen Landwirt*innen, die jedes Jahr erneut mit Kälteeinbrüchen, Rekordhitze, zu viel oder zu wenig Regen kämpfen müssen. Und als wäre das nicht genug, kam 2020 dazu noch Corona. Tausende Erntehelfer*innen konnten nicht einreisen, Felder nicht bestellt und Spargel nicht gestochen werden. Würden die Landwirt*innen in Norddeutschland in der Lage sein, auch in diesem Jahr die gewohnten Mengen zu ernten, die Versorgung zu garantieren, alles zu stabilen Preisen? Oder würde Corona den Ruin bedeuten? 2020 stellt die Landwirt*innen vor große Herausforderungen.

Vanessa Kossen und Arne Jessen haben große und bedeutende Erzeuger*innen eine Saison lang begleitet und Menschen kennengelernt, die mit Herzblut, Risikobereitschaft und Liebe zum Produkt Gemüse, Obst und Getreide anbauen. Dinge, die wir ganz selbstverständlich täglich in den Supermärkten kaufen können.

Gefördert mit Mitteln der nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

ZDFzoom: Armutszeugnis Corona – Wen das Virus am härtesten trifft

Während das Impfen im Kampf gegen Corona an Fahrt aufnimmt, zeigt sich, wie hoch die Ansteckungsraten gerade in manchen Brennpunkt-Vierteln sind, z.B. im Berliner Stadtteil Neukölln.

So gewinnt im zweiten Jahr der Pandemie eine heikle Debatte an Brisanz: Sind bestimmte Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel solche mit Migrationshintergrund, Infektionstreiber*innen? Oder ist Armut schuld daran, dass manche Menschen stärker von Corona betroffen sind als andere?

Schlagzeilen von Clanhochzeiten und anderen Superspreader-Events, die Migrant*innen zugeschrieben werden, eignen sich bestens für populistische Hetzpropaganda. Doch Soziolog*innen und Migrationsexpert*innen betonen immer wieder, dass Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, besonders schutzbedürftig sind. Deshalb dürfe das Thema nicht tabuisiert werden. Doch die Recherchen der Zoom-Reporterinnen Joanna Michna und Candan Six-Sasmaz zeigen: Aus Angst, bestimmte Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren, werden soziologische Daten in Bezug auf Krankheiten gar nicht erst erhoben. Was auf breiter politischer Ebene versäumt wurde, versucht Medizinsoziologe Nico Dragano mit seinen Mitteln zu erforschen. Für ihn steht fest, wen Corona am härtesten trifft: “Regionen, in denen viele Menschen mit geringem Einkommen leben, stechen durch eine erhöhte Sterblichkeitsrate heraus.“

Auf lokaler Ebene gibt es unterdessen Anstrengungen, besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen besser über Infektionsrisiken informieren. Die ZDFzoom Reporterinnen gehen der Frage nach, wie es gelingen kann, auch bundesweit Menschen, die der Pandemie besonders ausgeliefert sind, jetzt und in Zukunft besser zu schützen.