Winter in den Schweizer Alpen – Wie Tiere überleben

Drei Herzschläge pro Minute, Verspeisen des eigenen Kots, oder Frostschutzmittel im Zellsaft – im Laufe der Evolution haben Tiere und Pflanzen eine Vielzahl faszinierender und intelligenter Strategien entwickelt, um den Winter in den Alpen zu überstehen.

Während sich Bären und Murmeltiere in ihre schützenden Höhlen zum Winterschlaf zurückziehen, bleiben Steinböcke, Gämsen, Schneehasen oder Bartgeier die kalte Jahreszeit über wach. Diese Tiere mussten sich etwas anderes einfallen lassen um die oft arktischen Temperaturen und das äußerst knappe Nahrungsangebot zu überstehen.

Die Dokumentation zeigt am Beispiel des Schweizerischen Nationalparks, welche Fähigkeiten Alpentiere entwickelt haben, um den kargen und widrigen Bedingungen in bis zu 3000 Meter Höhe dauerhaft standzuhalten. Und wie der Klimawandel das Verhalten der alpinen Bewohner verändert.

Der Park in Graubünden ist das größte Naturschutzgebiet des Landes und der älteste Nationalpark in den Alpen und Mitteleuropas. Er ist den Winter über geschlossen und der Zutritt strengstens verboten. So gibt es wohl keine andere Region in den Alpen, in der Wildtiere derart ungestört bleiben.

Das TV-Team begleitet Parkranger*innen und Forscher*innen, die einzigen, die auch im Winter in der Hochgebirgslandschaft unterwegs sein dürfen. Durch sie eröffnen sich einzigartige Einblicke in eine ansonsten ausschließlich den Wildtieren vorbehaltene Welt.

Kleines Land ganz groß: San Marino

San Marino ist die älteste Republik der Welt. Im Jahr 301 gründet der Heilige Marinus auf dem Felsmassiv des Monte Titano unweit der italienischen Adriaküste den kleinen Stadtstaat. Die 34.000 Einwohner*innen wollen sich auf ihrer Geschichte allerdings nicht ausruhen. Ihr Blick ist in die Zukunft gerichtet: Sie setzen auf Nachhaltigkeit. San Marino hat sich die Förderung der biologischen Vielfalt auf dem knapp 62 Quadratkilometer kleinen Staatsgebiet auf die Fahnen geschrieben. Auf dieser winzigen Fläche tummeln sich Tier- und Pflanzenarten, die sich an die vielfältige Landschaft angepasst haben. Um die natürliche Schönheit ihres kleinen Fleckens Erde zu erhalten, wollen alle San-Marinesen ihren Beitrag leisten. Junge Getreidebauern säen wieder alte Sorten aus, eine Familie rettet eine regionale Schweinerasse vor dem Aussterben und eine kleine Nonnengemeinschaft verwandelt den Innenhof ihres mittelalterlichen Klosters in einen Gartentraum.

plan b: Inklusiv leben – Eine Gesellschaft für alle

Wir alle wollen eine Gesellschaft, in der jeder Mensch seinen Platz hat. Aber Menschen mit Behinderungen werden zu wenig mitgedacht. Den Alltag gemeinsam gestalten, dafür gibt es aber schon viele neue Ideen.

Barrieren grenzen Menschen aus und verhindern Begegnungen. Manchmal stellen Stufen Hindernisse dar, manchmal fehlt die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Das ändern engagierte Menschen, die für mehr Inklusion im Job, im Kulturbereich oder beim Sport sorgen.

Adina Hermann sitzt seit ihrem 10. Lebensjahr im Rollstuhl. „Ich musste immer um alles kämpfen.“ Aber davon hat sie sich nicht entmutigen lassen. Als Vorständin des Vereins „SOZIALHELDEN“ setzt sie sich nun auch beruflich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. In Berlin sucht sie gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung barrierefreie Orte und erstellt eine Wheelmap, die jeder nutzen kann. Sie kämpft aber auch für bessere Jobchancen und faire Löhne. Dafür besucht sie in Münster ein vorbildliches Hotel, das inklusive Teams beschäftigt und räumt mit Vorurteilen auf. „Menschen mit Behinderungen sind oft mindestens genauso leistungsfähig wie Menschen ohne Behinderung“.

Ackern für Norddeutschland

Dass in Norddeutschland Brokkoli, Salat, Kartoffel, Erdbeere und Apfel wachsen, ist den meisten inzwischen bekannt. Was aber passiert eigentlich mit dem Raps von den riesigen Feldern, die weithin gelb leuchtend den Frühling einläuten? Wer weiß, wie aus Rüben Zucker wird? Und wer hätte gedacht, dass in Norddeutschland selbst Exoten wie Tabak oder Nektarien gedeihen. Und viele Landwirt*innen mit Mais und Grünfutter in ihren Ställen noch selbst für Viehfutter sorgen, anstatt Soja aus entfernten Kontinenten zu importieren.

Wie gehen die Landwirt*innen mit immer größeren qualitativen Anforderungen der Verbraucher und ihrer Großabnehmer um? Wie sehr macht der Preisdruck ihnen zu schaffen und wie sehen sie ihre Zukunft, damit ihre Familienunternehmen auch in der nächsten Generation noch profitabel sind?

Vanessa Kossen und Daniel Sprehe sind unterwegs im Norden: auf Feldern, in Verpackungsstraßen, in Ställen und auf großen Maschinen. „Ackern für Norddeutschland“ zeigt die Vielfalt der Landwirtschaft und Menschen, die diese Vielfalt möglich machen.

37°: Abgebaggert – Leben ohne Kohle

Die Lausitz ist das wichtigste Industriegebiet Brandenburgs: Knapp 8000 Leute verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Kohle. Außerdem sind bis zu 16.000 Menschen als Dienstleister*innen oder Zulieferer*innen von der Braunkohleindustrie abhängig. Bis 2038 soll das letzte Revier geschlossen werden. Es ist das Ende einer Ära. Das „schwarze Gold“ war einst der Energiemotor der DDR. 80.000 Menschen waren in der Lausitzer Kohleindustrie beschäftigt, für sie wurden Städte aus dem Boden gestampft. Heute wird gegen Leerstand und Überalterung gekämpft. Die Lausitz, die ansonsten wenig Industrie vorzuweisen hat, steht vor einem großen Umbruch. Es gibt kaum einen Menschen, der nicht davon betroffen ist. Der Film begleitet drei Menschen aus der Lausitz, deren Leben bis heute von der Kohle geprägt ist.

45Min: Wem gehört das Wasser? Verteilungskampf im Norden

Eigentlich gibt es genug Wasser im Norden. Aber: Die vergangenen Jahre haben gezeigt, nicht überall und nicht immer reicht das Wasser für alle. Die Klimakrise macht es spürbar: Das Wasser muss nicht immer reichen. In Lauenau in Niedersachsen brach im vergangenen August die Trinkwasserversorgung zusammen, Trinkwasser gab es nur im Supermarkt, und die Feuerwehr verteilte 10 Liter Wasser für die Toilettenspülung.  Auch die Binnenschifffahrt auf Weser und Elbe musste im vergangenen Jahr aufgrund der niedrigen Wasserstände Einschränkungen hinnehmen. Selbst im Harz wird sichtbar: Es gibt einfach zu wenig Wasser. Die großen Talsperren sind trotz der Regenfälle im Januar und Februar diesen Jahres nicht annähernd gefüllt. Denn obwohl es eigentlich in Gesamtdeutschland noch genug Wasser gibt  - von den rund 188 Milliarden Kubikmetern in Gesamtdeutschland, die im Durchschnitt jedes Jahr durch Regen und Flüsse ins Land kommen, wird nur ein Bruchteil verwendet. Im Jahr 2016 etwa waren es 12,8 Prozent. Die Verfügbarkeit von Wasser ist sowohl regional als auch saisonal unterschiedlich verteilt,  und so konkurriert heute Trinkwasserförderung mit dem Naturschutz und den Interessen von Industrie, Waldbesitzer*innen, Landwirt*innen oder Wassersportler*innen. Und die Konflikte verschärfen sich durch die Klimakrise.

Abenteuer Ernte

Wenn ein Vollernter sechs Tonnen Bohnen in der Stunde vom Feld holt, wenn ein komplettes 32 Hektar großes Weizenfeld innerhalb von drei Stunden abgemäht wird oder wenn pro Tag allein eine Pflanzmaschine bis zu einer Million Eisbergsalatpflänzchen in den Boden bringt – dann ist Hochsaison auf norddeutschen Feldern.

Hinter diesen gigantischen Dimensionen stehen Landwirt*innen, die jedes Jahr erneut mit Kälteeinbrüchen, Rekordhitze, zu viel oder zu wenig Regen kämpfen müssen. Und als wäre das nicht genug, kam 2020 dazu noch Corona. Tausende Erntehelfer*innen konnten nicht einreisen, Felder nicht bestellt und Spargel nicht gestochen werden. Würden die Landwirt*innen in Norddeutschland in der Lage sein, auch in diesem Jahr die gewohnten Mengen zu ernten, die Versorgung zu garantieren, alles zu stabilen Preisen? Oder würde Corona den Ruin bedeuten? 2020 stellt die Landwirt*innen vor große Herausforderungen.

Vanessa Kossen und Arne Jessen haben große und bedeutende Erzeuger*innen eine Saison lang begleitet und Menschen kennengelernt, die mit Herzblut, Risikobereitschaft und Liebe zum Produkt Gemüse, Obst und Getreide anbauen. Dinge, die wir ganz selbstverständlich täglich in den Supermärkten kaufen können.

Gefördert mit Mitteln der nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

plan b: Hase, Nest und Schoko-Ei – Ostern neu gefeiert

Ein Osteressen in Familie oder Freundeskreis vereitelt Corona auch dieses Jahr. Bei Schokohasen und bunten Eiern aber zeigt sich: Viele Menschen ändern – gut und gerne – alte Bräuche.

Feine Schokolade braucht nicht die Form langer Ohren. Für ein leckeres Ei muss kein Huhn leiden. Und Osterzöpfe lassen sich sogar vegan backen. Und das ist dann doch wieder eine Jahrtausende alte Tradition: der Verzicht auf tierische Produkte vor dem Osterfest.

„Bei uns könnt ihr zusehen, wie unser hausgemachter Sauerteig auf Reisvollkornmehl-Basis täglich frisch angesetzt wird. Es gibt keine Geheimnisse.“ Katharina und Rena haben ihren Back-Shop in München „Echt jetzt? Echt jetzt!“ genannt. Unglaublich, aber wahr: eine offene Backstube. Ob glutenfrei, vegetarisch, vegan, histaminarm oder einfach nur ohne Zusatzstoffe – alles ist möglich. Fürs Ostergeschäft experimentieren sie zum Thema Ei-Ersatz. Flohsamenschalen oder doch besser Chia oder Leinsamen? Die Ergebnisse werden mit Team und Kund*innen getestet, bevor das endgültige Oster-Angebot feststeht.

Die Verkaufszahlen von Schokolade schnellen nach oben, wenn die Osternester mit süßen Hasen, Eiern oder Küken bestückt werden. Und auch für die Spielwarenindustrie ist die Osterzeit fast so einträglich wie der Advent. Teuer aber müssen Spielsachen nicht sein. Das beweist ein Verein in Paris. In Frankreich landen jedes Jahr 100.000 Tonnen Spielzeug im Müll. Weitere 500.000 Tonnen liegen unbenutzt in Schränken und Kellern. Damit wollten sich die Gründer*innen von Rejoué in Frankreich nicht abfinden. Sie reinigen und reparieren gespendete Spielsachen und verkaufen sie für kleines Geld.

Tierschützerin Inga Günther züchtet sogenannte Zweinutzungshühner. Ihre Hennen legen Eier, die Hähne taugen für die Fleischproduktion. Deshalb werden die männlichen Küken nicht getötet, wie sonst üblich. Ende 2021 macht ein neues Gesetz damit Schluss. In Zukunft sollen Züchter*innen das Geschlecht vor dem Schlüpfen bestimmen und die Eier mit männlichen Küken zerstören. Doch für Inga Günther ist damit nicht alles gut. „Die Branche macht weiter wie gehabt und tötet die männlichen Küken nun einfach zu einem früheren Zeitpunkt“. Eine Lösung für das Problem überzüchteter und hoch spezialisierter Rassen ist das nicht. Ihre Hühner produzieren Bio-Oster-Eier – und leben im Familienverbund mit ihren Brüderhähnen.

plan b: Natürlich schön – Kosmetik neu gedacht

Creme, Deo, Lippenstift: Kaum etwas kommt uns näher. Auch deshalb legen Verbraucher*innen zunehmend Wert auf natürliche Inhaltsstoffe, weniger Verpackung und faire Produktionsbedingungen.

In unserer Kosmetik stecken häufig umstrittene Mineralöle oder Aluminiumsalze. Verpackt sind sie in Einweg-Plastik. Gute Gründe, Alternativen zu suchen. Zum Beispiel ein Deo, zu 100 Prozent Natur und ohne Müll. Gut für Verbraucher*innen und Umwelt.

Sich einfach irgendetwas auf die Haut schmieren, wollen immer weniger Verbraucher*innen. Stattdessen weniger Chemie und Plastik im Bad. Das spürt auch Marina Zubrod, die 2019 Matica gründete. Das ist kroatisch für Bienenkönigin. Der Name ist Programm, denn die Basis aller Matica Produkte ist Bienenwachs. „Ich hatte selbst vor einigen Jahren große Hautprobleme, da habe ich angefangen mich mit den Inhaltstoffen in meinen Pflegeprodukten auseinanderzusetzen und war nicht gerade „amused“.“ Der Start war fulminant. Innerhalb des ersten halben Jahres ging das Unternehmen so durch die Decke, dass Marina Zubrods Mann Jan seinen Job kündigte und Vollzeit mit in ihr Unternehmen einstieg. Marina liefert die Ideen, Jan versucht sie im eigenen kleinen Labor in die Tat umzusetzen. Ihre neuste Idee: einen zu 100 Prozent natürlicher Deoroller, der trotzdem wirkt und in einer nachfüllbaren Verpackung steckt. Kann das klappen?