Eichmanns Ende (NDR/ARD)

1947. Zwei Jahre nach Kriegsende lebt Adolf Eichmann unerkannt und unter falschen Namen als Hühnerzüchter in der Nordheide – nahe dem ehemaligen KZ Bergen-Belsen. Zuvor hat Eichmann in den Wäldern als Holzfäller gearbeitet, fernab seiner Funktion als „fleißiger Aktenbock“ im Nationalsozialismus (Eichmann 1956 über Eichmann). Ein SS-Kamerad hatte ihm den Weg in die norddeutsche Heide gewiesen – weitläufig und einsam. 1950 verschwindet Adolf Eichmann. Jahre darauf wird er im Cafe „ABC“ in Buenos Aires von dem ehemaligen SS-Mann Willem Sassen angesprochen. Dem Journalisten Sassen fällt auf, dass Eichmann alias Ricardo Klement vor Rechtfertigungsgelüsten ob seiner Vergangenheit schier platzt. Sassen gewinnt Eichmann für eine Reihe von Interviews. Über 50 Mal treffen sie sich. Oftmals haben sie Zuhörer, geflohene Nazis, die in Argentinien – wie Eichmann – unter falschem Namen leben. Gesellig spricht man über den „Mörder Eichmann“, der er nie gewesen sein will, und über die Deportationen, die er „nur angeordnet“ und lediglich als „Rädchen“ mitorganisiert habe. Einem anderen gelingt ebenfalls die Emigration nach Argentinien – dem Juden und KZ-Überlebenden Lothar Hermann. Seine 15jährige Tochter Sylvia verliebt sich im Sommer ´56 ausgerechnet in Eichmanns Sohn Nicki. Sylvia bringt Nicki im August 1957 mit in die elterliche Wohnung in Buenos Aires. Dort „hört“ der erblindete Lothar Hermann die antisemitische Gesinnung des Eichmann-Sohnes heraus. Lothar Hermann, der 1936 mehrere Monate im KZ Dachau in „Schutzhaft“ zubrachte, schreibt seine Beobachtungen dem Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Bauer handelt von nun an entgegen der offiziellen Adenauerpolitik, und informiert die israelischen Kollegen. Der israelische Geheimdienst Mossad schickt einen Agenten, der den Angaben aber nicht glauben will. Der von Hermann genannte Wohnort Eichmanns ist dem Agenten zu heruntergekommen für einen „einflussreichen Nazi“. Generalstaatsanwalt Fritz Bauer bleibt beharrlich. Bauer leitet Lothar Hermanns Namen und Adresse an den Geheimdienst Mossad weiter und verstärkt mit dieser „authentischen Quelle“ den Druck. Ein zweiter Agent macht sich auf den Weg. Zu Besuch bei Hermanns verwirft aber auch er die Möglichkeit, ein Blinder habe den gesuchten Eichmann aufgespürt. Erst am 11. Mai 1960 entführt der Mossad Eichmann nach Israel. Monate später erscheinen in Deutschland und den USA Auszüge aus den Gesprächen zwischen Willem Sassen und Adolf Eichmann. Am 31. Mai 1962 wird Eichmann nach einem Aufsehen erregenden Prozess gehängt. Cast: Adolf Eichmann – Herbert Knaup Vera Eichmann – Cornelia Kempers Nelly Krawitz – Nina Kronjäger Wilhelm Sassen – Ulrich Tukur Fritz Bauer – Axel Milberg

 

Galerie

Informationen zur Sendung

Sendedatum: Sonntag, 25. Juli 2010 um 21.45 Uhr in der ARD
Länge: ca. 90’
Buch und Regie: Raymond Ley
Redaktion: Patricia Schlesinger (NDR), Alexander von Sallwitz (NDR), Gabriele Trost (SWR), Dr. Bettina Stangneth (wissenschaftliche Beratung)
Produktion: Ulrike Römhild
Herstellung: Anke Meyer, Michael Stricker
Producer: Jasmin Gravenhorst
Ausführende Produzentin: Hartmut Klenke
Drehort: Deutschland, Argentinien, Israel, USA, England

Pressestimmen

Süddeutsche Zeitung vom 16. März 2010

Süddeutsche Zeitung vom 5. Juni 2010

Bild vom 5. Juni 2010

Stern, Ausgabe 26/2010

Blickpunkt Film, Ausgabe 28/10

Hörzu

Spiegel, Ausgabe 29/2010

Focus, Ausgabe 29/2010

Süddeutsche Zeitung vom 17. Juli 2010

Süddeutsche Zeitung vom 19. Juli 2010

Jüdische Allgemeine vom 22.07.2010

Pressemitteilung Goldene Kamera vom 05.01.11

Silver World Medal beim New York Filmfestival