Krank vor Hitze? Wie das Klima unsere Gesundheit verändert

Der Klimawandel ist das große Thema unserer Zeit. Allgegenwärtig, medial präsent, in unserem Alltag angekommen, denn er stellt ein hohes Risiko für die gegenwärtige und zukünftige Gesundheit der Bevölkerung dar. Laut Prognosen wird allein die Durchschnittstemperatur in Deutschland um 1,0 bis 1,3°C bis 2050 und um 3,7°C bis ins Jahr 2100 ansteigen. Die Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen wird in Zentraleuropa zunehmen. Geschieht nichts, werden bis zum Ende des Jahrhunderts fünf jährliche Hitzewellen mehr in Norddeutschland erwartet, in Süddeutschland sogar bis zu 30. Das hat Folgen für uns: Denn der Klimawandel verändert unser gesamtes Ökosystem; und das wirkt sich auf unsere Gesundheit aus. Steigende Temperaturen befördern z.B. die Ausbreitung der asiatischen Tigermücke und anderer Überträger von hier bisher unbekannten Infektionskrankheiten. Sie verändern auch die Biologie allergener Pollen, die Dauer des Pollenfluges verlängert sich und die Pollenmenge steigt, was Asthma und allergische Reaktionen verstärkt. Höhere Temperaturen können in Seen und in der Ostsee zu Algenblüten durch Cyanobakterien (Blaualgen) führen, was Hautreizungen verursachen kann. Außerdem wird die Erwärmung der Ostsee voraussichtlich das Risiko von Vibrio-Infektionen erhöhen. – Inzwischen protestieren nicht mehr nur Schüler weltweit für wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz des Klimas. Die Menschen sind besorgt: Denn es geht nicht mehr nur um die Veränderung unserer Umwelt, es geht unmittelbar um unsere Gesundheit.

Doch: Inwiefern macht uns die Umwelt krank und mit welchen Entwicklungen müssen wir in Zukunft rechnen? – Die 45-minütige Dokumentation „Macht unser Klima krank?“ stellt Fragen und gibt Antworten. Sie zeigt auf, welche Auswirkungen der Klimawandel bereits heute auf die menschliche Gesundheit hat, mit welchen Problemen und Risiken wir in Mitteldeutschland konfrontiert sind. Die Dokumentation möchte aber auch Chancen und Problemlösungen aufzeigen; Wege, den Klimawandel aufzuhalten und Anpassungsstrategien an die Folgeerscheinungen des veränderten Klimas. Wir sprechen mit Wissenschaftlern und Forschern; mit Menschen, die sich tagtäglich dafür einsetzen, sich und uns besser an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen.

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Informationen zur Sendung

Sendedatum: Sonntag, 15. November 2020 um 22 Uhr im MDR
Länge: 45'
Buch und Regie: Heike Dickebohm, Uta Meyer
Kamera: Robert Cöllen, Matthias Müller, Fabian Jobin
Schnitt: Gunnar Refardt
Produktion: Alex Busch, Christin Gumpert, Marius Meckl
Ausführende Produzentin: Ulrike Schwerdtner
Produzentin: Jasmin Gravenhorst