Terra X / Sphinx: Die eiskalte Zarin (ZDF)

Sie war maßlos und unersättlich. Sie liebte die Macht – und die Männer. Katharina die Große, eine deutsche Prinzessin auf dem Zarenthron. 21 Liebhaber sollen es gewesen sein. Doch nur einer verstand es, Politik und ungehemmte Leidenschaft zu vereinen. Grigori Potemkin, Favorit und Feldherr der Zarin, der einzige, dem es gelang, eine tiefe Liebe bei ihr zu entfachen. Zwei fesselnde wie geniale Persönlichkeiten, die wie ein Zwillingswerk arbeiteten, um ihren Plan zu vollenden: Die Eroberung des Südens bis ans Schwarze Meer, die Russland endgültig zur europäischen Großmacht erheben sollte. Die ungewöhnliche Liebesbeziehung zwischen Katharina und ihrem „Eroberer“ ist bis heute mit berühmten Legenden verknüpft. Baute der Fürst, der sich mit edelsteinbesetzten Schwertern großartig zu inszenieren verstand, für seine Herrin „Potemkinsche Dörfer“? Wie Hollywood-Kulissen sollen sie das Ufer des Dnjepr gesäumt haben, als Katharina sich vom Erfolg ihrer Mission überzeugen wollte. Computeranimationen illustrieren den historischen „Fake“, Wissenschaftler enthüllen den Mythos. Dazwischen öffnen sich filmische Fenster, die wichtige Episoden im Leben der Zarin widerspiegeln und ihre historischen Taten beleuchten. Eine Retrospektive auf ihre Zwangsheirat mit dem wahnsinnigen Thronfolger bezeugt ihren unbedingten Drang zur Macht, der sie jede noch so tiefe Demütigung ertragen ließ – bis sie mächtig genug war, den Zaren und unkalkulierbaren Gatten zu stürzen, um unterstützt von ihren damaligen Liebhabern selbst nach der Krone zu greifen. Als Alleinherrscherin wollte sie das russische Volk im Geist der Aufklärung von der Leibeigenschaft befreien. Doch ihr Reformwille scheiterte, denn sie pflegte nicht nur ihre nächtlichen Vergnügungen mit Land und Hunderttausenden von unfreien Bauern zu honorieren. Sie dehnte sogar die Leibeigenschaft auf die durch Potemkin eroberte Ukraine aus, wohin sie ein Millionenheer von Kolonisten entsandte. „Katharina ist alles erlaubt“, so der französische Philosoph Diderot. Bilder von Armut und Elend bilden den Kontrast zur schwindelerregenden Pracht der Petersburger Paläste, in denen Katharina lebte, und zu den luxuriösen „Liebesnestern“, die sie ihren Favoriten zum Geschenk machte. Hochwertige dokumentarische Aufnahmen entführen den Zuschauer in die atemberaubende Welt der russischen Zaren.

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Informationen zur Sendung

Sendedatum: Montag, 01. Januar 2007 um 19.30 Uhr im ZDF Wiederholung auf 3sat am 06. Mai 2007 um 15.15 Uhr
Länge: 45'
Buch und Regie: Dr. Luise Wagner-Roos
Produktion: Christine Lachmann
Herstellung: Anke Meyer
Producer: Hartmut Klenke
Ausführende Produzentin: Hartmut Klenke
Drehort: St. Petersburg, Moskau und Rumänien