Vom Käfig zur Miniaturlandschaft – Die Geschichte des Zoos in Europa (arte)

Die Geschichte der Zoos ist lang und wechselvoll. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen die europäischen Städte systematisch mit der Zurschaustellung exotischer Tiere. Ihrem Charakter nach glichen diese „Zoologischen Gärten“ mit ihren aneinandergereihten Einzelkäfigen eher einer übergroßen Käfersammlung. Carl Hagenbeck war der erste, der sich 1907 in Hamburg um naturalistischere Landschaften und Freigehege bemühte. Doch noch wusste man viel zu wenig über die – meist auf illegalem Weg beschafften – Wildtiere und ihre artgerechte Haltung. Die Folge: Viele Tiere verendeten jämmerlich, an Zucht war nicht zu denken. Der nächste Schritt kam in den 50er Jahren und ging von Basel aus: Heini Hediger, der dortige Zoodirektor, forderte aufgrund biologischer Studien ein völlig neues Zookonzept. Abwechslung im Tieralltag, eine anregende Möblierung der Gehege – alles Maßnahmen, um die auffälligen Verhaltensstörungen bei den gefangenen Tieren zu vermeiden. Seit ungefähr zwanzig Jahren setzen sich nun die modernen „Zoo-Landschaften“ durch. Möglichst originalgetreu nachgebildete, zusammenhängende Klimazonen mit „Erlebnispfaden“ für die Besucher, Rückzugsgebieten für die Tiere und computergesteuerten Futterboxen für ein „echtes Jagderlebnis“. Doch ob die Tiere in diesen Miniaturlandschaften wirklich glücklich und gesund sind, ist nach wie vor umstritten.

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Informationen zur Sendung

Sendedatum: am 06.06.03, arte 01.01.2004
Länge: -0
Buch und Regie: Marcus Fischötter
Produktion: Ulrike Römhild
Producer: Martina Sprengel
Ausführende Produzentin: Hartmut Klenke
Drehort: Leipzig, Hannover, Hamburg, Antwerpen, Wien