Kapitän Schröder und die Irrfahrt der St. Louis

Im Mai 1939 versuchen rund 900 jüdische Mitbürger Deutschland zu verlassen. Mit der „St. Louis“ einem Schiff der Hapag, machen sie sich auf den Weg nach Havanna auf Kuba. Dort wollen sie abwarten, bis sie ein Visum für die USA bekommen. Für die Passagiere ist es die Chance dem Terror der Nationalsozialisten zu entkommen.
Doch das Schiff kommt niemals ans Ziel: Die kubanischen Behörden, später auch die USA, verweigern die Einreise. In dieser Situation kommt alles auf den Kapitän an, Gustav Schröder, einen Hamburger mit dänischen Wurzeln. In einer dramatischen Seereise gelingt es ihm, die Flüchtlinge vor dem Zugriff der Nationalsozialisten in Sicherheit zu bringen.
76 Jahre nach der Irrfahrt der „St. Louis“, die bereits in Büchern, Dokumentationen und in einem Spielfilm erzählt wurde, taucht auf einem Hamburger Dachboden eine alte Seekiste auf. Ihr Inhalt: Fotos, Briefe und das Originalmanuskript der Lebenserinnerungen von Gustav Schröder. Die Dokumente zeigen den Kapitän in einem neuen Licht, erlauben eine genaue Rekonstruktion der Ereignisse. In einer Collage aus Logbucheintragungen, Tagebuchnotizen, Fotos und Erinnerungen von Überlebenden zeichnet die Dokumentation die abenteuerliche Reise nach. Der Schauspieler Christian Berkel verleiht dabei der Figur des Kapitäns mit seiner Stimme Gestalt.
Von den über 900 Passagieren leben heute noch ein gutes Dutzend – überall auf der Welt verstreut. Fünf von ihnen hat der Hamburger Filmemacher Manfred Uhlig für diesen Film besucht. Auf der Fahrt 1939 waren sie zwischen sieben und sechszehn Jahre alt. Für die Kinder war die Seereise in erster Linie ein Abenteuer, für ihre Eltern ein Drama.

Galerie

Informationen zur Sendung

Sendedatum: Mittwoch 24.01.2018 um 21:00 Uhr im NDR
Länge: 43 Minuten
Buch und Regie: Manfred Uhlig
Kamera: Reiner Bauer, Manfred Uhlig
Schnitt: Sven Voß
Redaktion: Marc Brasse
Produktion: Ulrike Römhild
Ausführende Produzentin: Brigitta Schübeler
Drehort: Hamburg, USA, England