Die Mikrostaaten Europas

Der Blick auf die Landkarte spricht Bände: Sie sind leicht zu übersehen. Eingezwängt zwischen den Großen des Kontinents fristen sie ihr Dasein scheinbar ohne Möglichkeit zur Entfaltung, belächelt ob ihrer Hilflosigkeit. Aber sie wissen, wie sie ihre ureigenen Traditionen erhalten und die selten gewordenen Tiere und Pflanzen schützen. Die außergewöhnliche Lage in oft extremen Gebirgs- oder Küstenwelten bietet Rückzugsgebiete für bedrohte Arten. Diese Reihe feiert nicht allein die Schönheit der Natur der „Mikros“ – sie will auch Umweltprobleme aufzeigen und Lösungen vorstellen.

SECHS FILME – SECHS STAATEN

In jeder Folge wird ein Mikrostaat vorgestellt: Andorra, Liechtenstein, Malta, Monaco und San Marino. Sie werden geprägt von ihrer Lage: Malta an der Schnittstelle von Europa und Afrika, Monaco mit dem „Rücken zur Wand“ und dem Blick hinaus aufs Meer, Andorra eingeschnürt zwischen Bergen und Nachbarn, San Marino geduldet von einem übermächtigen Italien und Liechtenstein als Trutzburg im Dreiländereck zwischen Deutschland, Österreich und Schweiz und Luxemburg. Die Topographie schafft aber auch die Kulisse für grandiose Naturschauspiele.

Die Geschichten der „Mikronesier“ berichten von den mutigen Bemühungen, ihre natürlichen Besonderheiten und ihre kulturelle Eigenständigkeit zu bewahren.

Folge Liechtenstein: von Anja Glücklich
Folge Monaco: von Michael Gregor
Folge Andorra: von Michael Gregor
Folge Luxemburg: von Susanne Utzt
Folge Malta: von Anne Wigger
Folge San Marino: Sabine Bier

Als der Tesafilm in den Norden kam – Von Glibbermännern und Fischaugen

Die Geschichte des Klebestreifens begann mit einer Panne. In der Hamburger Apotheke von Paul Beiersdorf sollte ein selbstklebender Wundverband entwickelt werden. Doch das Pflaster klebte so stark, dass es sich nicht mehr von der Haut lösen ließ. Eigentlich ein Misserfolg. Doch Beiersdorf war clever: der Klebestreifen wurde einfach anders verarbeitet. Nicht mehr Patienten sollten das Pflaster kaufen, sondern Fahrradfahrer: Das Wunderding eignete sich hervorragend dazu, kaputte Reifen zu flicken.

Was die Wenigsten wissen: Heute verdient Tesa das meiste Geld nicht mehr mit Klebeprodukten für Privatkunden, sondern mit der Industrie. Dabei profitiert die Firma von einem weltweiten Trend. Durch den Einsatz von Plastik – auch bei der Herstellung von Autoteilen und Smartphones – wird immer mehr geklebt und immer weniger verschweißt oder verschraubt.

5000 Mitarbeiter weltweit arbeiten für Tesa mit Firmenzentrale in Norderstedt bei Hamburg. Jahresumsatz: 1,3 Milliarden Euro.

Wie es zu dieser Erfolgsstory kam, mit welchen Schwierigkeiten der Konzern zu kämpfen hat, der jeder Jahr neue Produkte auf den Markt bringen muss, um im Wettbewerb der Klebeindustrie zu überstehen, zeigt die NDR-Dokumentation “ Als der Tesafilm in den Norden kam „.

Filmemacher Manfred Uhlig verfolgt mit seinem Team eine Reihe von Tesa-Mitarbeiterinnen und -mitarbeitern bei ihrem Streben nach immer perfekteren Klebestreifen: Lisa Ardente und Deniz Akin forschen an einem Kleber, der die Innenausstattung von Autos zusammenhalten soll. Außendienstler Matheus Zelasny will bei der Meyer-Werft für Tesa einen Fuß in die Tür kriegen: Bei der Lackierung von Maschinenteilen für Kreuzfahrtschiffe soll demnächst Tesa und nicht mehr das Konkurrenzprodukt Rohre abkleben. Und im Tesa-Zweigwerk Offenburg tüftelt Produktoptimierer Bernd Zapf am „klassischen“ Tesafilm für den Schreibtisch, der beim Abrollen keine Geräusche macht. Dabei hat er vor allem mit zwei technischen Problemen zu kämpfen: „Glibbermännern“ und „Fischaugen“. Glibbermänner – das sind kleine Gelpartikel in der Klebemasse und „Fischaugen“ kleine Lufteinschlüsse im fertigen Film. Die Suche nach dem perfekten Tesafilm ist ein niemals endendes Geschäft.

Die heilende Kraft der Bewegung – Bei Rücken, Herzleiden und Krebs

Wir alle wünschen uns ein Wundermittel, das unsere großen Leiden wie Rückenschmerzen, Herzkrankheiten oder sogar Krebs heilen kann. Vielleicht gibt es das bereits und es ist alltäglicher als gedacht. Es kostet nichts, ist frei von künstlichen Zusatzstoffen: Bewegung. Es zeichnet sich ab, dass wir vor einem Wendepunkt in der medizinischen Forschung stehen. betrifft begleitet ein halbes Jahr lang drei Menschen mit unterschiedlichen Krankheiten, die das Experiment wagen: Kann Bewegung im Kampf gegen ihre Leiden helfen, oder sogar heilend wirken?   

Brigitte Weishaupt leidet seit sieben Jahren an Rückenschmerzen. Die 56jährige hat eine wahre Odyssee hinter sich – jeder Arzt stellte eine andere Diagnose. Nichts hilft. Jetzt reist sie nach Sigmaringen. Dort erwartet sie ein Experten-Team mit einem ungewöhnlichen Ansatz: Vielleicht ist nicht die Wirbelsäule schuld an Brigittes permanenten Schmerzen, sondern das Bindegewebe, ihre Faszien. Und kann ihr dann eine gezielte Bewegungstherapie helfen? Davon sind die Mediziner überzeugt. Für Brigitte, die eigentlich in Holland lebt, ist Sigmaringen die letzte Hoffnung. Wenn sie ihr hier nicht helfen können, das hat sie ihrem Mann zu Hause versprochen, dann lässt sie sich operieren. Wird sich ihre Hoffnung erfüllen und kann sie durch gezielte Bewegung doch noch eine Rücken-Operation vermeiden?   

Halide Krasniqi ist Mitte vierzig und Mutter von zwei Kindern. Vor kurzem bekam sie die Diagnose Brustkrebs. Sie wird am Nationalen Tumor Centrum in Heidelberg behandelt. Ein halbes Jahr Chemotherapie steht ihr bevor, erst dann soll der Rest-Tumor operiert werden. Halide hat sich bei einer besonderen Bewegungs-Studie angemeldet, die in Heidelberg von Sportmedizinern angeboten wird:  Bewegung soll nicht nur dabei helfen, die Nebenwirkungen der gefürchteten Chemo zu besiegen:  „Wenn wir mit unserer Forschung zeigen könnten, dass Bewegung einen unmittelbaren Effekt für die Heilung von Krebs hätte, dann wäre das eine Sensation“ , sagt die Bewegungs-Forscherin Karen Steindorf.  Halide hat sich fest vorgenommen, trotz der Chemo regelmäßig zu trainieren. Sie hofft, dass die Bewegung ihr hilft, den Krebs zu besiegen.   

Siegfried Rheinwald hat eine lebensbedrohliche Herzerkrankung. Insgesamt sechs Stents hat er schon bekommen. Der letzte Herzinfarkt liegt erst zwei Jahre zurück. Heute hat er einen Termin in einer Münchener Praxis für Herzkranke, um einen Test zu machen, wie belastbar er ist. „Bewegung kann man verschreiben wie Medizin“, sagt die Kardiologin Allessandra Boscheri und empfiehlt dem 74jährigen ein spezielles Ausdauer- und Intervalltraining. Gar nicht so leicht für Siegfried Rheinwald – denn eigentlich ist er ein Sportmuffel. Doch weil er im Sommer unbedingt bei einer Bergwanderung speziell für Herzkranke mitmachen will, nimmt er sich vor, täglich zu trainieren.  

In dieser Langzeitbeobachtung begleiten wir drei Menschen mit unterschiedlichen Krankheiten. Mit ihnen wollen wir herausfinden: Kann regelmäßige Bewegung ihre Leiden lindern, oder kann Bewegung sogar bei der Heilung helfen?

Great Inventions

Wir verlassen uns täglich auf Hunderte Erfindungen. Sie fangen oft klein an, doch viele Entdeckungen finden Nachahmer und werden immer weiter verbessert. Die erste elektrische U-Bahn zum Beispiel wurde 1899 in London eingeweiht. Heute befindet sich das größte U-Bahn-Netz, mit 637 km Länge, in Schanghai – während London nur 402 km aufweist.

GREAT INVENTIONS gewährt Einblicke in Entstehung und Funktionsweise zahlreicher bahnbrechender Erfindungen, die aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind.

Unsterbliches Pompeji

Es war eine große Katastrophe der Menschheitsgeschichte – jener Tag im Jahr 79 n. Chr., als die römische Hafenstadt Pompeji unter der Asche des Vesuvs begraben wurde und unzählige Menschen den Tod fanden.

Aber die Geschichte Pompejis und der Region rund um den Vesuv endet nicht mit ihrem furchtbaren Untergang. Die Dokumentation „Unsterbliches Pompeji“ erzählt erstmals, wie es weiterging nach dem verheerenden Vulkanausbruch: eine Geschichte vom Umgang mit der Naturkatastrophe, vom entschlossenen Eingreifen des römischen Kaisers Titus und vom wirtschaftlichen Wiedererstarken der zerstörten Region. Mit welchen Problemen hatten die Menschen damals zu kämpfen, wie löste man sie? Und was können wir heute aus dem Umgang mit der Katastrophe vor 2.000 Jahren lernen?

Slowakische Nationalparks

Die Slowakei liegt mitten in Europa und ist doch für viele Menschen unbekannt. Das kleine Land ist mit 40 Prozent Waldfläche und neun Nationalparks eine wahre Entdeckung. Die slowakischen Nationalparks schützen Europas letzte Urwälder und bieten seltenen Pflanzen und Wildtieren einen Lebensraum. Sanfte Hügel, weitläufige Hochplateaus, tiefe Schluchten und faszinierende Höhlen bestimmen die Landschaft. Von Massentourismus keine Spur, und das, obwohl die Slowakei mit sieben UNESCO-Welterbestätten aufwarten kann – auf einer Fläche so groß wie Niedersachsen.

In dem Zweiteiler entdecken wir zwei Nationalparks: Von den unberührten Wäldern und Wildtieren des Parks Muránska planina bis hin zu geheimnisvollen Höhlen und blühenden Hochebenen im Park Slovenský kras. Neben landschaftlichen Schönheiten tauchen wir ein in den Alltag der Menschen. Lokale Traditionen und Handwerkskünste werden hier noch geschätzt: Hausfrauen bereiten die Nudeln in echter Handarbeit zu. Hirten führen ihre Schafsherde auf die Weide und verbringen mit ihnen das ganze Jahr bei Wind und Wetter, Folklore-Musiker fertigen alte Hirteninstrumente. In den Nationalparks lernen wir engagierte Naturschützer und Zoologen kennen, werden Zeuge naturverbundener Riten und erleben Tänzer und Sänger in ihrem Element. Durch die Nationalparks erkunden wir zwei Regionen der kaum bekannten Slowakei. Die dort lebenden Menschen gewähren uns tiefe Einblicke in die Kultur ihres Landes.

am 7.2.2020 um 17.50 Uhr auf arte: Slowakischer Karst
am 7.2.2020 um 18.30 Uhr auf arte: Muránska planina

Rätselhafte Hundemumien

Das Tieropferritual gehört zu den ungelösten Rätseln des Alten Ägypten. Die deutsche Wissenschaftlerin Mélanie Flossmann-Schütze erforscht den unterirdischen Tierfriedhof von Tuna el-Gebel, in dem Hunderttausende von einbalsamierten Tieren lagern. Diese Opferrituale gehören zu den letzten Geheimnissen des Alten Ãgypten. Die Archäologin sammelt Indizien für einen gigantischen Betrug der antiken Priester an den Gläubigen. Röntgenuntersuchungen belegen die Existenz vieler „falscher“ Mumien, in denen nur einzelne Tierleichenteile oder Stoff stecken.



Mitteldeutschland bei Nacht

Früher war die Nacht dunkel und zum Schlafen da. Heute ist sie erfüllt vom Leben und Licht der Menschen. Von oben betrachtet beginnt nach Sonnenuntergang ein einzigartiges Schauspiel aus Licht und Dunkelheit. „Mitteldeutschland bei Nacht“ zeigt atemberaubende Luftaufnahmen und erzählt Geschichten, die sich nur im Schutz der Dunkelheit abspielen.

Während der Nacht erstrahlt unsere Welt in ganz unterschiedlichen Lichtern – von den hell erleuchteten Leunawerken über das Elbufer Dresdens bis hin zum Leipziger Lichtfest. Wir zeigen aus der Vogelperspektive, wie das Leben in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt nach Einbruch der Dunkelheit aussieht.

In spektakulären Bildern wird das nächtliche Leben von oben betrachtet. Magdeburg, Halle, Leipzig, Dresden, Erfurt und Jena – wie sehen die großen und kleinen Städte Mitteldeutschlands bei Nacht aus? Wie erstrahlen das Völkerschlachtdenkmal, die Semperoper oder der Magdeburger Dom in der Dunkelheit? Mit Drohnen- und Hubschrauberaufnahmen bekommen die Zuschauer einen Blick auf ihre Heimat, den sie so noch nie hatten.

Doch nicht nur aus der Luft, auch am Boden gibt es in der Nacht viel Faszinierendes zu entdecken und so erzählt der Film auch die Geschichten von Menschen, die die Nacht mit Leben erfüllen. Im Erzgebirge ziehen beispielsweise die Bergleute zum Großen Bergmännischen Zapfenstreich aus, der seit diesem Jahr zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Am Eisenbahn-Knotenpunkt Halle/Saale schuften Bauarbeiter auf einer Nachtbaustelle für das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit, das größte Bauprojekt der Deutschen Bahn, das letztlich auch Nord- und Südeuropa miteinander verbinden soll.

Währenddessen arbeitet Ralf Mende auf einer ganz anderen Nachtbaustelle: Als Eismeister hat er schon bei den Olympischen Spielen in Lillehammer, Nagano und Turin gearbeitet, aber jetzt präpariert er mit seinem 14-köpfigen Team die Bobbahn in Altenberg für den Saisonstart. Über mehrere Nächte eisen sie Schicht für Schicht den Eiskanal ein, der als einer der schnellsten und gefährlichsten der Welt gilt.

Und auch in Leipzig laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Lichtkünstlerin Victoria Coeln hat schon ganze Straßenzüge in bunte Farben getaucht, doch jetzt fährt sie mitten in der Nacht mit einem Kran durch die Leipziger Innenstadt und testet ihre Installationen für das Leipziger Lichtfest, zu dem jedes Jahr Zehntausende Menschen mit Kerzen über den Innenstadtring ziehen und im Gedenken an die Friedliche Revolution ihr Licht in die Nacht strahlen lassen.

Dominikanische Republik – Lebenslust und Lockenwickler

Die Dominikanische Republik gilt als sicher, gut erschlossen und bietet Sonne satt. Bei Touristen beliebt, wird sie auch als „Mallorca der Karibik“ bezeichnet.  Ihr wahres Wesen aber liegt abseits der paradiesischen Kulisse. Zwischen endlosen Traumständen mit puderfeinem Sand, rauschenden Wasserfällen und hohen Kokospalmen leben Menschen, deren Geschichten das Klischee vom Tummelplatz für All-Inclusive-Touristen vergessen lassen. Es sind sinnliche wie anrührende Momente, die den Alltag bestimmen und das Leben auf der Insel prägen.

Ana Maria Marin und Marco Berger haben auf der Karibikinsel recherchiert und gedreht. Entstanden ist ein Film mit Menschen voller Leidenschaft und Lebenslust.

Schweizer Flussgeschichten

Die Schweiz ist eines der wasserreichsten Länder der Welt, 65.000 Kilometer Bäche und Flüsse fließen durch das kleine Land in der Mitte Europas – ein kristallklarer Reichtum, um den es die Welt beneidet. Denn die Kraft des Wassers trägt tonnenschwere Schiffe, bewegt gewaltige Turbinen, verwandelt sich in Strom, formt die Topographie ganzer Regionen, bewässert das Land.

Flüsse sind Habitate für eine reiche Tier- und Pflanzenwelt, inspirieren Künstler und Handwerker, treiben Sportler und Wissenschaftler zu Höchstleistungen an. Kurz: Flüsse sind die Lebensadern, einer der wichtigsten Schätze des Landes. Darum müssen sie auch geschützt werden.

Diese Reihe feiert nicht nur die Schönheit der Schweizer Natur und regt zur Erkundung des Landes an – sie soll auch Naturschutz-Probleme aufzeigen und Menschen vorstellen, die sie lösen wollen.

VIER FOLGEN – VIER FLÜSSE

In jeder Folge wird ein Fluss vorgestellt: Rhein, Rhone, Inn und Ticino. Jeder dieser Flüsse steht für eine der Schweizer Sprachregionen und ist jeweils der wichtigste und größte Fluss der jeweiligen Gegend: der Deutschschweiz, der Romandie, des Tessins und des Engadins. Darüber hinaus mündet jeder dieser Flüsse in ein anderes Meer, der Rhein fliesst in die Nordsee, die Rhone ins Mittelmeer, der Ticino via Po in die Adria und der Inn via Donau ins Schwarze Meer.

Am 2.12.2019 um 20.15 Uhr auf 3sat:
Am Rhein – von Anne Wigger

Am 2.12.2019 um 21.05 Uhr auf 3sat:
Am Inn – von Heike Dickebohm

Am 9.12.2019 um 20.15 Uhr auf 3sat:
An der Rhône – von Anja Glücklich

Am 9.12.2019 um 21.05 auf 3sat:
Am Ticino – von Marcus Fischötter