37°: Abgebaggert – Leben ohne Kohle

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Die Lausitz ist das wichtigste Industriegebiet Brandenburgs: Knapp 8000 Leute verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Kohle. Außerdem sind bis zu 16.000 Menschen als Dienstleister*innen oder Zulieferer*innen von der Braunkohleindustrie abhängig. Bis 2038 soll das letzte Revier geschlossen werden. Es ist das Ende einer Ära. Das „schwarze Gold“ war einst der Energiemotor der DDR. 80.000 Menschen waren in der Lausitzer Kohleindustrie beschäftigt, für sie wurden Städte aus dem Boden gestampft. Heute wird gegen Leerstand und Überalterung gekämpft. Die Lausitz, die ansonsten wenig Industrie vorzuweisen hat, steht vor einem großen Umbruch. Es gibt kaum einen Menschen, der nicht davon betroffen ist. Der Film begleitet drei Menschen aus der Lausitz, deren Leben bis heute von der Kohle geprägt ist.

Kaminer Inside: Schloss Neuschwanstein

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Ein Schloss wie aus einem Traum, auf einen zerklüfteten Felsen in 1000 Metern Höhe gebaut gilt Neuschwanstein als berühmtestes Märchenschloss der Welt. Schriftsteller Wladimir Kaminer wandelt auf den Spuren seines Bauherrn, König Ludwig II. von Bayern, der Neuschwanstein vor 150 Jahren im Stil einer alten deutschen Ritterburg errichtete. Die Bühnenbilder von Wagners Opern und die Wartburg waren Inspiration für sein romantisches Schloss. In der Abgeschiedenheit der Bergwelt plante der König, die Werke seines Freundes und Idols Richard Wagner Realität werden zu lassen. Doch trotz aller Romantik wollte Ludwig II. nicht auf den Komfort verzichten, den seine Zeit bereits zu bieten hatte. So kommt es, dass Neuschwanstein hinter den Kulissen mit für das 19. Jahrhundert modernster Technik ausgestattet ist, von Zentralheizung, einem Telefon und einer Toilette mit automatischer Wasserspülung.

Aufgrund der Corona-Pandemie war Neuschwanstein monatelang geschlossen – eine einmalige Gelegenheit für Kaminer das Schloss so zu erleben, wie es sich Ludwig II. gewünscht hatte: als Rückzugsort, vollkommen allein, ohne die tausenden Besucher, die normalerweise hier durch die Gänge strömen. Denn Neuschwanstein gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Welt, jedes Jahr pilgern 1,5 Millionen Besucher ins beschauliche Schwangau, um Ludwigs Märchen live zu erleben. Das hat Spuren hinterlassen: Touristen tragen Staub und Schmutz in das Schloss. Außerdem bringen sie mit der Atemluft, ihrem Schweiß und mit regennasser Kleidung viel Feuchtigkeit ins Schloss. Die Folge: Textilien schimmeln, die Wandfarben verblassen, das Parkett ist kaputt. Für mehr als 20 Millionen Euro wird Neuschwanstein jetzt erstmals seit 130 Jahren restauriert. Ein Mammutprojekt: 93 Räume und mehr als 2300 Einzelobjekte, Gemälde, Möbel, Textilien, Fenster, Türen und Wände werden aufgearbeitet.

The Druids – mysterious priests of the Celts

For a long time, only what ancient authors from Greece and Rome reported about the religious dignitaries of the Celts, the Druids, was known. Fascinating archaeological finds from recent years offer new insights into the cultic practices of the Iron Age. They allow us to draw conclusions about the importance of the druids in Celtic society. With their rituals involving mistletoe, oak woods, magic potions and human sacrifice, they still exert a great attraction on many people today. But what about this image is historically verifiable? What is pure projection? Who were the Druids really? What role did they play in Celtic society and how much truth is there in the image of the wise bearded man in a light-coloured robe with a sickle in his hand cutting mistletoe? Archaeological sites and finds in France, Germany and England reveal a new picture and even allow the assumption that not only men were druids.

Wer ist das Volk? Die neue Gefahr von rechts

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Die Neue Rechte ist auf dem Vormarsch – und zwar weltweit. Jahrzehntelang hatte sie quasi unbemerkt in einer politischen Nische gesteckt, heute setzt sie die liberale Demokratie zunehmend unter Druck. Die aktuellen Corona-Proteste mit ihrem bunten Strauß an Anhängern, von Verschwörungstheoretiker*innen und Esoteriker*innen Seite an Seite mit Rechtsextremist*innen und Neonazis befeuern ihren Aufstieg weiter. Was ist die Neue Rechte? Was ist neu, wo liegen ihre historischen Wurzeln, und was sind ihre Strategien?

Die Dokumentation zeichnet ein umfassendes Bild der Neuen Rechten: In einer sorgfältigen Analyse von Texten und Videoausschnitten und mittels der Einordnung von Politolog*innen, Historiker*innen und Publizist*innen.

Sie ist keine Partei, vielmehr ein Spektrum, eine politische Strömung, ein Netzwerk bestehend aus intellektuellen Vordenker*innen, Denkfabriken, Diskussionszirkeln, Fach-Zeitschriften und Kleinverlagen. Ihre Anhänger*innen sind Rechtsextreme – im konservativ-bürgerlichen Gewand. Neonazis wollen sie nicht sein, auch keine klassischen Faschist*innen: Sie sehen sich selbst als eine Art geistige Elite der Rechten. Neu ist wenig an den Neuen Rechten – ihre ideologischen Wurzeln reichen zurück bis in die Weimarer Republik. Von den alten Rechten unterscheiden sie sich nur in Nuancen, hauptsächlich in ihrer vordergründigen Abgrenzung vom Nationalsozialismus.

45Min: Wem gehört das Wasser? Verteilungskampf im Norden

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Eigentlich gibt es genug Wasser im Norden. Aber: Die vergangenen Jahre haben gezeigt, nicht überall und nicht immer reicht das Wasser für alle. Die Klimakrise macht es spürbar: Das Wasser muss nicht immer reichen. In Lauenau in Niedersachsen brach im vergangenen August die Trinkwasserversorgung zusammen, Trinkwasser gab es nur im Supermarkt, und die Feuerwehr verteilte 10 Liter Wasser für die Toilettenspülung.  Auch die Binnenschifffahrt auf Weser und Elbe musste im vergangenen Jahr aufgrund der niedrigen Wasserstände Einschränkungen hinnehmen. Selbst im Harz wird sichtbar: Es gibt einfach zu wenig Wasser. Die großen Talsperren sind trotz der Regenfälle im Januar und Februar diesen Jahres nicht annähernd gefüllt. Denn obwohl es eigentlich in Gesamtdeutschland noch genug Wasser gibt  - von den rund 188 Milliarden Kubikmetern in Gesamtdeutschland, die im Durchschnitt jedes Jahr durch Regen und Flüsse ins Land kommen, wird nur ein Bruchteil verwendet. Im Jahr 2016 etwa waren es 12,8 Prozent. Die Verfügbarkeit von Wasser ist sowohl regional als auch saisonal unterschiedlich verteilt,  und so konkurriert heute Trinkwasserförderung mit dem Naturschutz und den Interessen von Industrie, Waldbesitzer*innen, Landwirt*innen oder Wassersportler*innen. Und die Konflikte verschärfen sich durch die Klimakrise.

Adventure Harvest

When a harvester takes six tonnes of beans from the field per hour, when a complete 32-hectare wheat field is mown within three hours, or when a planting machine alone puts up to one million iceberg lettuce plants into the ground per day – then it is high season in northern German fields.

Behind these gigantic dimensions are farmers who have to struggle every year with cold snaps, record heat, too much or too little rain. And as if that wasn’t enough, in 2020 there was also Corona. Thousands of harvest workers could not enter the country, fields could not be cultivated and asparagus could not be harvested. Would farmers in northern Germany be able to harvest the usual quantities this year, guarantee supplies, all at stable prices? Or would Corona mean ruin? 2020 poses great challenges for the farmers.

Vanessa Kossen and Arne Jessen accompanied large and important producers for a season and got to know people who grow vegetables, fruit and grain with passion, a willingness to take risks and a love of the product. Things that we can buy as a matter of course in the supermarkets every day.

Funded by nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

ZDFzoom: Armutszeugnis Corona – Wen das Virus am härtesten trifft

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Während das Impfen im Kampf gegen Corona an Fahrt aufnimmt, zeigt sich, wie hoch die Ansteckungsraten gerade in manchen Brennpunkt-Vierteln sind, z.B. im Berliner Stadtteil Neukölln.

So gewinnt im zweiten Jahr der Pandemie eine heikle Debatte an Brisanz: Sind bestimmte Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel solche mit Migrationshintergrund, Infektionstreiber*innen? Oder ist Armut schuld daran, dass manche Menschen stärker von Corona betroffen sind als andere?

Schlagzeilen von Clanhochzeiten und anderen Superspreader-Events, die Migrant*innen zugeschrieben werden, eignen sich bestens für populistische Hetzpropaganda. Doch Soziolog*innen und Migrationsexpert*innen betonen immer wieder, dass Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, besonders schutzbedürftig sind. Deshalb dürfe das Thema nicht tabuisiert werden. Doch die Recherchen der Zoom-Reporterinnen Joanna Michna und Candan Six-Sasmaz zeigen: Aus Angst, bestimmte Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren, werden soziologische Daten in Bezug auf Krankheiten gar nicht erst erhoben. Was auf breiter politischer Ebene versäumt wurde, versucht Medizinsoziologe Nico Dragano mit seinen Mitteln zu erforschen. Für ihn steht fest, wen Corona am härtesten trifft: “Regionen, in denen viele Menschen mit geringem Einkommen leben, stechen durch eine erhöhte Sterblichkeitsrate heraus.“

Auf lokaler Ebene gibt es unterdessen Anstrengungen, besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen besser über Infektionsrisiken informieren. Die ZDFzoom Reporterinnen gehen der Frage nach, wie es gelingen kann, auch bundesweit Menschen, die der Pandemie besonders ausgeliefert sind, jetzt und in Zukunft besser zu schützen.

plan b: Hase, Nest und Schoko-Ei – Ostern neu gefeiert

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Ein Osteressen in Familie oder Freundeskreis vereitelt Corona auch dieses Jahr. Bei Schokohasen und bunten Eiern aber zeigt sich: Viele Menschen ändern – gut und gerne – alte Bräuche.

Feine Schokolade braucht nicht die Form langer Ohren. Für ein leckeres Ei muss kein Huhn leiden. Und Osterzöpfe lassen sich sogar vegan backen. Und das ist dann doch wieder eine Jahrtausende alte Tradition: der Verzicht auf tierische Produkte vor dem Osterfest.

„Bei uns könnt ihr zusehen, wie unser hausgemachter Sauerteig auf Reisvollkornmehl-Basis täglich frisch angesetzt wird. Es gibt keine Geheimnisse.“ Katharina und Rena haben ihren Back-Shop in München „Echt jetzt? Echt jetzt!“ genannt. Unglaublich, aber wahr: eine offene Backstube. Ob glutenfrei, vegetarisch, vegan, histaminarm oder einfach nur ohne Zusatzstoffe – alles ist möglich. Fürs Ostergeschäft experimentieren sie zum Thema Ei-Ersatz. Flohsamenschalen oder doch besser Chia oder Leinsamen? Die Ergebnisse werden mit Team und Kund*innen getestet, bevor das endgültige Oster-Angebot feststeht.

Die Verkaufszahlen von Schokolade schnellen nach oben, wenn die Osternester mit süßen Hasen, Eiern oder Küken bestückt werden. Und auch für die Spielwarenindustrie ist die Osterzeit fast so einträglich wie der Advent. Teuer aber müssen Spielsachen nicht sein. Das beweist ein Verein in Paris. In Frankreich landen jedes Jahr 100.000 Tonnen Spielzeug im Müll. Weitere 500.000 Tonnen liegen unbenutzt in Schränken und Kellern. Damit wollten sich die Gründer*innen von Rejoué in Frankreich nicht abfinden. Sie reinigen und reparieren gespendete Spielsachen und verkaufen sie für kleines Geld.

Tierschützerin Inga Günther züchtet sogenannte Zweinutzungshühner. Ihre Hennen legen Eier, die Hähne taugen für die Fleischproduktion. Deshalb werden die männlichen Küken nicht getötet, wie sonst üblich. Ende 2021 macht ein neues Gesetz damit Schluss. In Zukunft sollen Züchter*innen das Geschlecht vor dem Schlüpfen bestimmen und die Eier mit männlichen Küken zerstören. Doch für Inga Günther ist damit nicht alles gut. „Die Branche macht weiter wie gehabt und tötet die männlichen Küken nun einfach zu einem früheren Zeitpunkt“. Eine Lösung für das Problem überzüchteter und hoch spezialisierter Rassen ist das nicht. Ihre Hühner produzieren Bio-Oster-Eier – und leben im Familienverbund mit ihren Brüderhähnen.

plan b: Naturally beautiful – cosmetics rethought

Cream, deodorant, lipstick: hardly anything comes closer to us. This is one of the reasons why consumers increasingly value natural ingredients, less packaging and fair production conditions.

Our cosmetics often contain controversial mineral oils or aluminium salts. They are packaged in disposable plastic. Good reasons to look for alternatives. For example, a deodorant that is 100 per cent natural and without waste. Good for consumers and the environment.

Fewer and fewer consumers want to put just anything on their skin. Instead, less chemicals and plastic in the bathroom. Marina Zubrod, who founded Matica in 2019, is also aware of this. That’s Croatian for queen bee. The name says it all, because the basis of all Matica products is beeswax. “I had major skin problems myself a few years ago, that’s when I started looking into the ingredients in my skincare products and wasn’t exactly “amused”.” The start was brilliant. Within the first six months, the company went through the roof so much that Marina Zubrod’s husband Jan quit his job and joined her company full-time. Marina provides the ideas, Jan tries to put them into practice in their own small laboratory. Their latest idea: a 100 per cent natural roll-on deodorant that still works and comes in refillable packaging. Can it work?