Petra Kelly – Der rätselhafte Tod einer Friedensikone

Sorry, this entry is only available in German.

Sie waren die Galionsfiguren der Friedensbewegung und der Grünen, sie waren DAS Politikerpaar der Achtzigerjahre: Petra Kelly und Gert Bastian. Sie wirkten unzertrennlich – bis beide 1992 erschossen in ihrem Bonner Reihenhaus gefunden werden, erst Wochen nach ihrem Tod.

Fridays for Future, der weltweite Klimadiskurs, Annalena Baerbock als designierte Außenministerin – alles ist mit einem unsichtbaren Band verbunden mit einer Frau, die als Grüne, Feministin, Anti-Atom- und Friedensaktivistin genau dafür in den 1980er Jahren den Grundstein legte, die weltweit berühmt wurde und so tragisch endete: Petra Kelly. In ihrem Geiste lassen sich all diese Entwicklungen sehen und umso virulenter wird die Frage: Wer war diese Frau und wie konnte es zu dem frühen Tod der gerade einmal 44-jährigen Visionärin kommen?

Katastrophenschutz – Wie gut sind wir vorbereitet?

Sorry, this entry is only available in German.

Unwetter, Corona, Ukraine Krieg – die Schockwellen treffen uns in immer kürzerer Folge. Wie können wir uns auf das Unvorhersehbare vorbereiten? Und wie hilft uns die Wissenschaft dabei?

Hochwasser, Versorgungsengpässe und Krieg in Europa – in den letzten Jahren bestimmen sie zunehmend unsere Realität. Welche Erkenntnisse liefert die Forschung dazu: wie müssen wir auf die veränderte Gefährdungslage reagieren?

Von Winston Churchill stammt der Ausspruch, keine Krise ungenutzt verstreichen zu lassen. Denn so verheerend und schrecklich Ahrtalhochwasser, Pandemie oder Waffengewalt in Europa sind. Wir sollten daraus lernen. Denn jede Notlage ist auch ein unfreiwilliges Großexperiment für die Wissenschaft. Und birgt das Potential, zumindest in der nächsten Krise, Leben retten zu können.

Die Wissenhochzwei Dokumentation „Wenn die Katastrophe kommt. Wie gut ist Deutschland vorbereitet?“ geht der Frage nach, was Wissenschaftler*innen und Entscheider*innen in den letzten Jahren gelernt haben, und wie widerstandsfähig unsere Gesellschaft mittlerweile ist.

Die Flösser vom Ägerisee

Sorry, this entry is only available in German.

Im Kanton Zug in den Schweizer Voralpen wird ein uraltes Handwerk gepflegt: Das Flößen.

Am Ufer des Ägerisees breitet sich ein 55 Hektar großes und extrem steiles Waldgebiet aus. Hier wird das geschlagene Holz seit jeher über das Wasser abtransportiert. In Mitteleuropa ist diese Tradition heute einzigartig. Dass sie hier noch gepflegt wird, ist Flößermeister Karl Henggeler zu verdanken.

Der Förster aus Oberägeri baut dieses Jahr sein zehntes Floß gemeinsam mit seinen Nachfolgern. Denn noch bevor er in den Ruhestand geht, will er sein Wissen weitergeben.

Kaminer Inside: Documenta 15

Sorry, this entry is only available in German.

Der Schriftsteller Wladimir Kaminer ist nach Kassel gereist, um auf dieser politisierten “documenta fifteen” zu fragen: “Was und wo ist eigentlich die Kunst?”

An 32 Ausstellungsorten, über die ganze Stadt verteilt, werden noch bis zum 25. September 2022 Millionen von Besucherinnen und Besuchern entdecken können, was die Ausstellungsmacher der 15. documenta als Gegenwartskunst präsentieren. Mehrfach hat Wladimir Kaminer Kassel und die Weltkunstschau besucht und sich im Gespräch mit Profis der Szene einem gänzlich neuen, sehr politisch geprägtem Kunstbegriff angenähert.

Erstmals hat ein indonesisches Künstlerkollektiv in Kassel die künstlerische Leitung übernommen: Ruangrupa entwickelt für die “documenta fifteen” ein radikal neues Konzept, angelehnt an das indonesische “lumbung”, eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle der Gemeinschaft gelagert wird. Es geht um die Idee des Teilens von Ressourcen zum Wohle aller. Mit Farid Rakun, einem der Ruangrupa-Künstler, spricht Wladimir Kaminer über Sinn und Zweck: “Kunst ist Leben. Und ‘lumbung’ ist eine Lebensweise. Wir wollen Gemeinschaft und Nachhaltigkeit in den Vordergrund bringen.”

Doch statt die Gemeinschaft zu feiern, provozierte die “documenta fifteen” gleich zu Beginn einen handfesten Skandal. Auf einem prominent platzierten Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi wurden antisemitische Darstellungen entdeckt. Bereits im Vorfeld waren antisemitische Anschuldigungen gegen Ruangrupa laut geworden. Die Künstler und Kollektive haben sich entschuldigt und die Vorwürfe von sich gewiesen, doch welche Konsequenzen der Antisemitismus-Eklat nach sich ziehen wird, ist noch unklar.

Fest steht: Der Skandal überschattet die gesamte Kunstausstellung, bei der es ausgerechnet um Dialog und Miteinander gehen sollte, und die politischer ist als all ihre Vorgänger. “Worum geht es hier eigentlich, um Politik oder Kunst?” fragt Wladimir Kaminer.

Die Stadt der Pyramiden Caral – Wiege der Andenkultur

Sorry, this entry is only available in German.

In einer lebensfeindlichen Felsenwüste im heutigen Peru liegt die älteste Stadt Amerikas: Caral. Vor 5000 Jahren blüht hier eine lebendige Zivilisation mit regem Handelsaustausch, ausgeklügeltem Erdbebenschutz und Bewässerungssystemen, die das Überleben sichern. Caral erfüllt dabei anscheinend viele moderne Wunschvorstellungen: keine Waffen, keine Mauern und die Gleichstellung von Mann und Frau.

Kleines Land ganz groß: San Marino

Sorry, this entry is only available in German.

San Marino ist die älteste Republik der Welt. Im Jahr 301 gründet der Heilige Marinus auf dem Felsmassiv des Monte Titano unweit der italienischen Adriaküste den kleinen Stadtstaat. Die 34.000 Einwohner*innen wollen sich auf ihrer Geschichte allerdings nicht ausruhen. Ihr Blick ist in die Zukunft gerichtet: Sie setzen auf Nachhaltigkeit. San Marino hat sich die Förderung der biologischen Vielfalt auf dem knapp 62 Quadratkilometer kleinen Staatsgebiet auf die Fahnen geschrieben. Auf dieser winzigen Fläche tummeln sich Tier- und Pflanzenarten, die sich an die vielfältige Landschaft angepasst haben. Um die natürliche Schönheit ihres kleinen Fleckens Erde zu erhalten, wollen alle San-Marinesen ihren Beitrag leisten. Junge Getreidebauern säen wieder alte Sorten aus, eine Familie rettet eine regionale Schweinerasse vor dem Aussterben und eine kleine Nonnengemeinschaft verwandelt den Innenhof ihres mittelalterlichen Klosters in einen Gartentraum.

Die 70er – Jahrzehnt der Gegensätze

Sorry, this entry is only available in German.

Die 70er Jahre sind eine Zeit des Aufbruchs und der Krisen. Die neue Ostpolitik von Kanzler Willy Brandt zielt auf „Wandel durch Annäherung“ ab. Trotz Protesten innerhalb der westdeutschen Bevölkerung nimmt die Regierung die diplomatischen Beziehungen zur DDR wieder auf. Der Kalte Krieg soll durch eine Phase der friedlichen Koexistenz abgelöst werden. Für seine neue Ostpolitik wird der SPD-Politiker mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Dem Visionär Willy Brandt folgt der bekennende „Realpolitiker“ Helmut Schmidt ins Kanzleramt. Der Hamburger Politiker steht vor großen Herausforderungen: Eine Anschlagsserie der Roten Armee Fraktion erschüttert die Bundesrepublik und stellt die Demokratie auf die Probe. Die Ölkrise führt zur Rezession und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Angst vor den Gefahren der Atomenergie lassen in Deutschland neue Bürgerbewegungen entstehen.
Der Soundtrack der Zeit ist abwechslungsreich: An der Spitze der deutschen Charts treffen Schlagerstar Roy Black und die Rocker von Led Zeppelin aufeinander. Die schwedische Band ABBA gewinnt den Grand Prix. Auch Diskomusik und Glamrock erobern die deutschen Dancefloors. Flower Power dominiert die Modewelt: psychedelische Prints treffen auf knallige Farben, Schlaghosen auf Miniröcke.

Die 70er – Teil 1: 1970 – 1971 – Hippie-Style und Hitparade
Die 70er – Teil 2: 1972 – 1973 – Fahrverbot und Frauenpower
Die 70er – Teil 3: 1974 – 1976 – Weltmeister und Discofieber
Die 70er – Teil 4: 1977 – 1979 – Deutscher Herbst und kalter Winter

Kaminer Inside: Passion Oberammergau

Sorry, this entry is only available in German.

“Einen Ort wie diesen gibt es nur einmal auf der Welt. Oberammergau ist ein kleines Dorf, irgendwo in Bayern, und doch weltberühmt. Eine unglaubliche Geschichte“, erzählt Wladimir Kaminer. Vor gut 2 Jahren reiste Kaminer, mitten in der Pandemie, zu bedeutenden Festivals, die allesamt nicht stattfinden konnten, darunter auch nach Oberammergau, Heimat der Passionsspiele.

„1634 gelobten die Oberammergauer Gott zu Ehren die Passionsspiele alle 10 Jahre aufzuführen, sollten sie von der Pest verschont bleiben. Die Pest konnten sie abwenden, Corona leider nicht.“ Die für 2020 geplanten Passionsspiele wurden kurz vor der Premiere um 2 Jahre verschoben, auf 2022. Schon damals beschloss Kaminer, die Entstehung der Passionsspiele zu begleiten,von den ersten Proben bis hin zur Premiere im Mai, und dabei zu sein, wenn das ganze Dorf zu neuem Leben erwacht.

Wilde Schweiz – 2. Staffel

Sorry, this entry is only available in German.

In vier Filmen taucht die zweite Staffel der erfolgreichen Reihe „Unsere Wilde Schweiz“ in die Natur und in die Geschichte von vier Schweizer Naturparks ein, die alle etwas ganz Besonderes auszeichnet.

Die Jungfrau-Region Die Ahn*innen erlebten diese grandiose Landschaft, die heute zu den bekanntesten Ferienzielen der Schweiz zählt, wohl einzig als bedrohliche unbezähmbare Wildnis. Riesige Berge – 50 davon über 3500 Meter hoch – säumen den majestätischen Aletsch-Gletscher. Heute leben die Menschen von und mit dieser beeindruckenden Natur. Sie wagen das Abenteuer Alpabtrieb, erforschen den Gletscher oder betreiben ein stromfreies Hotel. Traditionsbewusst erhalten sie die urigen Walliser Kampfkühe oder halten auf 3500 Metern auf dem Jungfraujoch die wohl berühmteste Forschungsstation der Welt am Laufen. Mal fördert, mal bedroht die Natur ihre Mission. Das Weltnaturerbe zu erhalten, darum geht es ihnen allen.

Naturpark Beverin Vier Täler, drei Schluchten, zwei Sprachen – aber ein Park. Das war die gemeinsame Idee der anliegenden Gemeinden. Der „Capricon“, wie der Steinbock auf rätoromanisch heißt, ist das Wahrzeichen des Parks. In den 1960er Jahren wurde er erfolgreich wieder ausgesetzt. Jüngst zurück ist auch der Wolf. Eine Wildnis, die unterschiedlichste Menschen rund um den Beverin begeistert und für Herausforderungen sorgt. Der Zusammenhalt zeigt Erfolg. Ob Landwirt*innen oder Wildhüter*innen, Umweltschützer*innen oder Senner*innen, Handwerker*innen oder Köch*innen, sie alle engagieren sich für den Erhalt der zauberhaft schönen Natur.

Waadtländer Jura Rund um den See Lac de Joux leben und arbeiten Menschen, die sich kaum einen schöneren Fleck Erde als die spezielle Welt im rauen Jura-Gebirge vorstellen können. Bei Wind und Wetter schenkt Caroline Khamissé vom Naturpark Hermelinen ein neues Zuhause. Ornithologe Yves Ménétrey kämpft unermüdlich für die Zukunft des Raufußkauzes. Voller Neugierde geht Biologe Arnaud Maeder dem Leben der größten Ameisenkolonie Europas nach. Familie Golay lebt seit Generationen im Vallée de Joux und arbeitet mit Leib und Seele in Forst- und Viehwirtschaft. Abenteuerlustig führt Outdoor-Guide Diane Hostettler Menschen zurück in die Natur. Eins verbindet sie alle: ein Stück Land, wie aus der Zeit gefallen. Wer hier geboren ist, so heißt es, kommt immer zurück.

Das Calancatal Das Calancatal im Süden Graubündens ist eines der abgelegensten und ursprünglichsten Täler der Schweiz. Hier liegt der „Parco Val Calanca“, der kleinste Naturpark des Landes, und der einzige im italienischsprachigem Gebiet. Calanca bedeutet steil, abschüssig. Seinen Namen trägt das wilde und schöne, aber schmale Tal zu Recht, hat es sich doch tief in die Berge eingeschnitten. Kleine Dörfer und Weiler klammern sich an Sonnenterrassen, einige sind nur zu Fuß oder per Seilbahn zu erreichen.

1. August 2022 auf 3sat
um 20.15 Uhr: Naturpark Beverin
um 21.05 Uhr: Das Calancatal

8. August 2022 auf 3sat
um 20.15 Uhr: Die Jungfrau-Region
um 21.05 Uhr: Waadtländer Jura

Bonifatius – Mönch und Prediger

Sorry, this entry is only available in German.

Bonifatius ist immer noch ein Star unter den Missionaren. Bis heute wird er als Apostel der Deutschen verehrt. Dabei ist Bonifatius’ Geschichte keine deutsche, sondern eine europäische. Als Wynfreth wird er im Südwesten Englands geboren. Nach einer glanzvollen Klosterkarriere verlässt der Mönch in der Mitte des Lebens sein Heimatland und pilgert nach Rom. Jahrelang zieht er durch Hessen, Bayern, Thüringen und andere Teile des Frankenreiches. Er gründet Klöster, wird Bischof von Mainz und später auch von Utrecht und im hohen Alter in Friesland ermordet.

Bei seiner Mission setzt er auf symbolische Akte: etwa die Fällung der Donar-Eiche, ein dem germanischen Gott Donar geweihter Baum. Dass sich der heidnische Gott nicht auf der Stelle rächt für eine solche Freveltat, beeindruckt die Einheimischen tief. Die Überlegenheit des christlichen Gottes hat Bonifatius damit jedem eindrucksvoll vor Augen geführt.

Zahlreiche Jünger versammelt der leidenschaftliche Prediger um sich. Darunter auch Frauen. Besonders eng ist er der Nonne Lioba verbunden. Seine später heiliggesprochene Verwandte ernennt er zur Äbtissin und macht sie zu seiner Gefährtin. Mit seinen Anhängern gründet Bonifatius neue Bistümer und reorganisiert bestehende. Doch seine wahre Leidenschaft bleibt die Mission der Heiden. Obwohl er prestigeträchtige Ämter und Bischofshüte sammelt, zieht es ihn immer wieder hinaus. Hochbetagt versucht er um 754, auch die Friesen vom Evangelium zu überzeugen. Die Antwort ist blutig: er wird brutal erschlagen. Als Märtyrer sollte er in die Kirchengeschichte eingehen.